Der US-amerikanische Speicherhersteller Micron Technology plant eine deutliche Ausweitung seiner DRAM-Produktionskapazitäten. Dazu hat das Unternehmen eine Absichtserklärung zum Kauf eines Halbleiterwerks der Powerchip Semiconductor Manufacturing Corporation (PSMC) in Taiwan unterzeichnet.
Der Kaufpreis beträgt 1,8 Milliarden US-Dollar. Bei dem Standort handelt es sich um das sogenannte P5-Werk in Tongluo (Miaoli County), eine moderne 300-Millimeter-Fabrik, die Micron künftig für die Fertigung von DRAM-Speicherchips nutzen will. Durch die Übernahme kann Micron schneller zusätzliche Kapazitäten aufbauen, als dies durch einen kompletten Neubau möglich wäre.
Fokus auf wachsende Nachfrage durch KI und Rechenzentren
Hintergrund der Investition ist die weltweit stark steigende Nachfrage nach Speicherlösungen – insbesondere im Bereich künstliche Intelligenz, Cloud-Computing und Rechenzentren. DRAM spielt dabei eine zentrale Rolle, etwa für Hochleistungsserver und datenintensive Anwendungen. Micron reagiert mit dem Schritt gezielt auf diese Marktentwicklung.
Zeitplan und weitere Zusammenarbeit
Der Abschluss der Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und wird für das zweite Quartal 2026 erwartet. Die Umstellung und der Hochlauf der Produktion sollen schrittweise erfolgen, sodass ab 2027 mit zusätzlichen DRAM-Mengen zu rechnen ist.
Neben dem Fabrikkauf planen Micron und PSMC auch eine strategische Zusammenarbeit, unter anderem in Bereichen der Fertigungsunterstützung und Nachbearbeitung.
Bedeutung für den Halbleitermarkt
Mit der Übernahme stärkt Micron seine Präsenz in Taiwan, einem der weltweit wichtigsten Standorte für die Halbleiterfertigung. Gleichzeitig unterstreicht der Schritt die wachsende Bedeutung von Speicherchips als Schlüsseltechnologie für moderne digitale Infrastrukturen.